Teneriffa: Die Vegetationszonen in den Wolken

von Jutta
Update:

Die vielfältige Pflanzenwelt auf Teneriffa ist in insgesamt  6 Höhenstufen gegliedert, die sich grob in die Zonen „unter den Wolken“, „in den Wolken“, und „über den Wolken“ unterteilen lässt.

Heute geht es um die Höhenstufen 4 und 5, die in den Wolken liegen. Unter ihr, liegen vom Meer in die Höhe aufsteigend, 1. Küsten- und Felsvegetation, 2. Sukkulentenbusch und  die der 3. thermophilen Buschwald. Über ihr liegt die Höhenstufe 6. Teideginster-Gebüsche und Teideveilchen-Fluren.

Die Vegetationszonen in den Wolken

Die Zone in den Passatwolken liegt im Norden Teneriffas zwischen 600-1700 Metern und beginnt mit dem grünen Bergwald (Monteverde), darauf folgt der Kanarenkiefernwald (Pinar).

Monteverde im Norden: Lorbeerwald und Baumheide-Buschwälder (Laurisilva und Fayal-Brezal)

Lorbeerwald und Baumheide-Buschwälder bilden den „grünen Berg“ (spanisch Monteverde), eine immergrüne Zone, die auf Teneriffa nur im feuchteren Norden der Insel vorkommt. Der Lorbeerwald ist ein einmaliges Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten: Seinen Ursprung hat er in den den subtropischen Wäldern des Tertiärs, die einst im gesamten Mittelmeerraum verbreitet waren. In Europa überlebten die wärmeliebenden Lorbeerwälder die Eiszeiten nicht und verschwanden bereits vor Millionen von Jahren. Teneriffa und den anderen Makaronesichen Inseln aber erreichten die kalten Temperaturen der Eiszeit nicht in dem Maße wie das Festland,  so dass hier der Lorbeerwald als lebendes Fossil überlebt hat.

In der Zone in den Wolken, auf 600-1000 Metern, ist das Klima das ganze Jahr über konstant warm und feucht. Sowohl tägliche, als auch jährliche Temperaturschwankungen sind gering. Im Winter bleiben hier die Wolken der Tiefdruckgebiete hängen, während im Sommer die Lage in den Passatwolken für die charakteristisch hohe Luftfeuchtigkeit sorgt.

Lorbeerwälder sind grundsätzlich vielschichtig aufgebaut, so dass der Boden nahezu bedeckt ist. Charakteristisch und  namensgebend sind hier die Bäume aus der Familie der Lorbeergewächse, die bis zu 20-30 Meter Höhe erreichen. Darunter sind der am häufigsten vorkommende Kanaren-Lorbeer, der Stinklorbeer, Indische Persea und Barbusano. Außerdem wächst hier der seltene Mocan, Ölbaumgewächs (Picconia excelsa), die Kanaren-Stechpalme (Ilex canariensis) oder der portugiesische Kirschlorbeer (Prunus lusitanica) und der Kanarische Erdbeerbaum (Arbutus canariensis).

Neben den Lorbeerbäumen wachsen hier Baumsträucher und Sträucher, dazu noch Farne, sowie Moose und Flechten, die in den feuchten Teilen des Lorbeerwalds an den Bäumen wachsen. Der Lorbeerwald „laurisilva“ ist ein also ein relativ blütenarmer Wald, in dem jedoch viele Pflanzenarten vorkommen. Zu den blühenden Pflanzen gehören Kanaren-Glockenblume und der Kanaren-Fingerhut.

Der Monteverde ist selten geworden: Heute wächst er nur noch auf ca. 10 % seiner potentiellen Fläche und das auch nur noch auf der Nordseite der Insel.

Vegetationszonen Teneriffa Lorbeerwald

Monteverde: Lorbeerwald

Der Baumheide-Buschwald (Fayal-Brezal) ist nach den beiden charakteristischen Hauptvertretern Myrica faya (Gagelbaum, span. Faya) und Erica arborea L.(Baumheide, span. Brezo)  benannt. Er wächst in den trockensten Bereichen der Lorbeerwälder. Hierzu gehören zum Beispiel der von Trockenheit bedrohte Übergang zum Sukkulentenbusch, windexponierte Bergrücken und der Oberrand der Lorbeerwälder.

Baumheide

Die hier wachsenden Pflanzen sind toleranter gegenüber Trockenheit und niedrigen Temperaturen. Sie können auch dort noch wachsen, wo die Wachstumsbedingungen für den Lorbeerwald schon suboptimal sind.  Der Baumheide-Buschwald wächst auch dort, wo der ursprüngliche Lorbeerwald abgeholzt wurde und bildet eine Ersatzgesellschaft.

Kanaren-Kiefernwald (Pinar)

Die Kiefernwald wächst in den mittleren Lagen annähernd ringförmig einmal um die gesamte Insel. Er beginnt im Norden dort, wo es für den Lorbeerwald zu trocken oder zu kühl ist. Hier wächst der Pinar in seiner feuchten Variante oberhalb der Lorbeerwaldzone zwischen 800 bis 1500-2000 Metern ü. NN. Auf der Südseite wächst er oberhalb des Sukkulentenbuschs bzw. den spärlich vorhandenen Resten des thermophilen Buschwalds in einer trockeneren Variante zwischen 1000 und 2000 Metern.

Zum Teil wachsen die Kiefern auch bis in eine Höhe von 2200-2400 Metern. In dieser Zone wird es mit zunehmender Höhe immer trockener und die Strahlung nimmt zu. Beide Faktoren begrenzen nach oben die Ausbreitung der Kiefern, da sie den Aufwuchs der jungen Bäume erschweren.

Der Kanaren-Kieferwald ist relativ artenarm und wird nahezu vollständig durch die Kanaren-Kiefer (Pinus canariensis) dominiert, die bis zu 25 Meter hoch werden kann. Im Allgemeinen ist der Kiefernwald sehr licht, dass heißt, die Bäume wachsen in größerem Abstand und lassen viel Licht auf den Boden. Trotzdem findet sich nur selten Pflanzenbewuchs am Boden, da dieser mit einer sehr dichten Schicht von Kiefernnadeln bedeckt ist, die das Wachstum anderer Pflanzen einschränkt.

Wenn es eine Vegetation am Boden gibt, besteht sie meist aus Arten wie Ilex, Myrica, Cistus und Erica arborea. Dazu gibt es in den Wälder immer wieder Brände. Dagegen ist die nur auf den Kanaren vorkommende Kiefer durch ihre besonderes dicke, vielschichtige Borke geschützt, die zwar verkohlt, aber nicht verbrennt. Selbst bei mehrstündigen Feuern verbrennen zwar Nadeln und kleine Äste, aber der Baum selbst bleibt intakt und kann wieder austreiben. Andere Pflanzen sind nicht so gut geschützt.

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