Punta de Teno: Wissenswertes zum nordwestlichsten Punkt von Teneriffa

von Casa Aguacate Redaktion
Update:
Luftaufnahme der Insel Teneriffa, auf der man die flachen Küstenbereiche im Nordwesten und die Steilklippen sieht.
Punta de Teno bedeutet soviel wie Spitze von Teno.

Was ist die Punta de Teno und wo liegt sie?

Die Punta de Teno ist eine Landzunge aus schroffer Lava, die über 500 Meter ins Meer hineinragt und so die Spitze der Teno-Halbinsel (Teno Bajo) bildet. Damit ist die Punta de Teno der nordwestlichste Punkt der gesamten Insel – danach kommt nur noch der Atlantik und irgendwann Nordamerika.

Sowohl die Landzunge, als auch die Küstenebene sind Naturschutzgebiet. Zusammen mit dem dahinter aufsteigendem Teno-Gebirge sind sie Teil des Naturparks Teno (Parque Rural de Teno).

Schon die Anfahrt ist ein Highlight: die Straße zur Punta de Teno

Die Punta de Teno ist ein abgeschiedenes Fleckchen Erde. Tatsächlich führt erst seit den 1990er Jahren eine Straße in diese einzigartige Landschaft: die  TF-445, die  Buenavista del Norte mit der Punta de Teno verbindet. Vorher erfolgte der Zugang per Boot über das Meer oder über kleine Trampelpfade, wie z.B. über Teno Alto und dann weiter den Camino de Risco oder El Palmar nach Buenavista del Norte.

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Noch heute ist die Fahrt zur zur Punta de Teno ein kleines Abenteuer: die zunächst kurvenreiche Straße ist in das Teno-Gebirge gebaut und führt damit entlang der ältesten Gesteine der Insel bzw. in zwei unbeleuchteten Tunneln sogar hindurch. In Fahrtrichtung links siehst du die steil aufragenden Felsen, in Fahrtrichtung rechts geht es zunächst direkt an der imposanten Steilküste entlang und dann durch die weite Küstenebene, immer mit einer atemberaubenden Aussicht auf den blauen Atlantik. Wenig später geht es schnurgerade hinunter – bis zum Punta de Teno, dem nordwestlichen Ende von Teneriffa.

Das gesamte Gebiet steht unter Naturschutz. Deshalb ist die Zufahrt mit dem Auto nur beschränkt möglich. Achte auf die Öffnungszeiten, alle Infos dazu findest hier!

Punta de Teno – Lava pur

Bereits die steilen Hänge des Teno-Gebirges und die Küstenebene von Teno Bajo erscheinen karg. Hier wachsen nur wenige Pflanzenarten, darunter die endemischen Cardónes und Tabaibas. Noch bizarrer wird des dann auf der eigentlichen Landzunge der Punta del Teno – hier gibt es nur pures Lavagestein, das von schwarz bis rötlich im Sonnenlicht schimmert.

Das Teno-Gebirge erhob sich vor ca. 7- 5,5 Millionen Jahren aus dem Meer und gehört damit zu den ältesten Teilen Teneriffas. Jünger sind die vorgelagerte Küstenplattform Teno Bajo und die Punta de Teno.

An der Punta de Teno stehst du auf den Resten eines Vulkans, der hier grobe, dunkle Schlacke aus seiner Eruptionsspalte warf. Ein Zentrum des Ausstoß war der Kegel „Cono de Punta de Teno“, dessen Lava ins Meer floss und so die mehr als 500 Meter lange Landzunge bildete.  Ungefähr genau so lang zieht sich die grobe, auffällig gefärbte Basaltschlacke auf der anderen Seite des Kegels entlang – wie ein Band, direkt am am Rand der Küstenebene in Richtung der Steilküste on Los Gigantes.

Entlang des gesamten Lavastreifens, der sich in Farbe und Struktur gut von der Umgebung abhebt, sollen insgesamt fünf kleine Erhebungen in einer Linie aufgereiht sein. Das sind die Reste von Hornitos und Schlackenkegeln, die sich an der Vulkanspalte gebildet haben. Diese sind aber durch die Wellen des Atlantiks bereits so stark abgetragen, dass sie heute nicht mehr ganz so einfach zu erkennen sind.

Der Punta de Teno Vulkan wird auch La Aguja genannt und soll rund 160.000 Jahre alt sein. Aguja bedeutet übrigens Nadel.

Aguja, so werden auch die schlanken Hornhechte genannt – vielleicht wegen ihres schnabelartiges, verlängertes Mauls. Diese Fische kannst du mit etwas Glück beim Schnorcheln im Meer am Punta de Teno sehen kannst. Der Hornhecht wiederum gehört zur Hauptnahrung der Fischadler, die auf Teneriffa Guincho genannt werden. Sie brüten auf den Klippen des angrenzenden Teno-Massivs. Also Augen auf, vielleicht siehst du einen!

Ruhige und stürmische See an der Punta de Teno

Punta de Teno ist der Punkt der Insel , an dem die Nord- und Westküste aufeinander treffen. Und das macht sich auch im Meer bemerkbar: Richtung Nord-Ost ist das Meer wild und stürmisch, Richtung Süd-West ist es durch die hohen Berge vor den vorherrschenden Nord-West Winden abgeschirmt und entsprechend ruhig. So geschützt diese Seite der Punta de Teno seit langem ein bevorzugter Platz zum Fischen und Ankerplatz für Schiffe.

Noch heute findest du an der ruhigen Bucht einen kleinen Hafen. Die bunten Fischerboote verleihen dem kleinen Badestrand La Ballenita einen ganz besonderen Charme.

Zwei traditionelle Fischerboote kommen im Hafen am Punta de Teno an.

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