Der Teide Nationalpark, ein sensibles Ökosystem

von Jutta
Update:

Der Teide Nationalpark ist eine Hochgebirgsregion mit einer einzigartigen und sehr sensiblen Pflanzenwelt. Und die ist bedroht – von Mufflons und Kaninchen, die hier eigentlich gar nicht heimisch sind. Beide Tierarten wurden ganz bewusst als Jagdbeute auf die Insel gebracht. Die Kaninchen wurden wohl bereits im 15 Jahrhundert von kastilischen Siedlern eingeführt. Die Mufflons, das sind Wildschafe, wurden 1970 ausgewildert. Bis dahin gab es auf der Insel keine größeren pflanzenfressenden Tiere.

 Mufflons und Kaninchen gefährden die einzigartige Flora

Das Problem ist, dass beide Tierarten Vielfraße sind. Schlimmer noch, sie knabbern am liebsten die endemischen, also nur hier vorkommenden, Pflanzenarten weg. Diese Pflanzen sind ein besonders leichtes Opfer: Sie hatten während ihrer Evolution keinen Kontakt zu Fressfeinden und haben kaum Abwehrmechanismen entwickelt. Zudem wachsen und vermehren sie sich in dem rauen Gebirgsklima nur langsam.

Zahlreiche Pflanzenarten sind durch die eingeführten Tiere gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Dazu gehören unter anderem Teide-Ginster (Cytisus supranubius), die Silberdistel (Cardo de Plata), das Sonnenröschen (Jarilla de las Cañadas) und das Teide-Edelweiß (Gnaphalium teydeum).

Andere endemische Pflanzen, wie der Behaarter Federkopf (Pterocephalus lasiospermus) profitieren dagegen von den Tieren. Sie wachsen auf dem von Kaninchenkötteln gedüngtem Boden besser. Aber auch dass ist ein Problem. Denn diese Pflanzen verdrängen durch ihr verstärktes Wachstum wiederum andere, wie zum Beispiel den Teide-Ginster. So wird das das sensible ökologische Gleichgewicht unwiderruflich verändert bzw. zerstört.

Behaarter Federkopf, ein Busch mit hübschen blassrosa Blüten, im Teide Nationalpark.

Mufflons und Kaninchen haben keine natürlichen Feinde

Theoretisch können sich die eingeführten Tiere ungestört vermehren, da sie keine natürlichen Feinde haben. Seit längerem sind sich die Experten einig, dass diese Tiere nicht in das kanarische Ökosystem gehören und eine ernste Gefahr für die einheimischen Pflanzenarten sind.

Um die Gefahr zu verringern, wird die Population der Kaninchen kontrolliert. Die Mufflons sollen auf Teneriffa komplett ausgerottet werden, so der langfristige Plan. Dazu werden die Wildschafe zu festgelegten Zeiten im Jahr geschossen. Und damit es nicht zu Jagdunfällen mit unbeteiligten Wanderern kommt, werden die Wanderwege in den Jagdrevieren vorsorglich gesperrt. Wann das passiert, liest du hier.

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