Die ersten Großgrundbesitzer der Region Daute

von Jutta

Verteilung von Land- und Wasserrechten nach der Eroberung

Teneriffa wurde 1496 als letzte der kanarischen Inseln unterworfen und stand damit unter der Herrschaft der „Katholischen Könige“ Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón. Sie ermächtigten den Eroberer Alonso Fernández de Lugo, die Ländereien der Insel im Namen der Krone unter den Teilnehmern und Finanziers der Eroberung  sowie unter den Siedlern zu verteilen.

Die Land- und Wasserrechte an den fruchtbaren und damit wertvollen Ländereien teilten de Lugo und die Finanziers der Eroberung unter sich auf. Soldaten und Guanchen, die die Eroberung unterstützt hatten, erhielten kleine Landparzellen. Im Gegenzug mussten sie sich für mindestens 5 Jahre niederlassen, das ihnen zugeteilte Land roden, urbar machen und Anpflanzungen etablieren. Guanchen, die Widerstand leisteten, wurden versklavt.

Teilweise gab es die Auflage auf dem zugeteilten Land Zuckerrohr anzupflanzen und Zuckerfabriken zu bauen, um den Export von Zucker und damit die wirtschaftliche Entwicklung anzutreiben. Da dies eine kostspielige Angelegenheit und nur für diejenigen möglich war, die die finanziellen Mittel hatten oder sich leihen konnten, entstanden vor allem im Norden Teneriffas große Ländereien.

Wer sicherte sich das fruchtbare Land im Guanchen-Königreich Daute?

Zum Guanchen-Königreich Daute gehörte die relativ ebene, fruchtbare und wasserreiche Küstenplattform, die heute als „Isla Baja“ bekannt ist. Hier sicherte sich der Eroberer Alonso Fernández de Lugo die Land und Wasserrechte. Er musste aber große Landflächen an die beiden Genueser Cristóbal de Ponte und Mateo Viña abtreten, die die Eroberung finanziert hatten.

Der Genueser Bankier Cristóbal de Ponte erhielt 1497 Land am Meer, das zwischen Icod und Garachico lag. Er soll 1499 die Stadt und den Hafen von Garachico gegründet haben.

Der genuesische Kaufmann, Reeder und Finanzier Mateo Viña erhielt Land, dass von der Ausfahrt von San Pedro de Daute bis zur Hacienda de Daute in Los Silos reichte. Finanzielle Probleme, unter anderem die hohen Kosten für die Etablierung der Landwirtschaft und der geplanten Zuckerfabriken, zwangen ihn zu einer hohen Verschuldung bei den genuesischen Bankiers Agustín und Pantaleón Interián. Da er diese nicht begleichen konnte, übergab er den Brüdern Interián einen Teil der Ländereien. Die Teilung erfolgte vertikal; vom Meer aus zu den Bergklippen. Der westliche Teil blieb im Besitz von Mateo Viña, während der östliche Teil Richtung San Pedro de Daute in den Besitz der Gebrüder Interián überging.

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