Die rätselhaften Baumstämme an der Küste von Los Silos

von Jutta
Update:

Die Küste von Los Silos. Kein großer Baum, der direkt auf dieser rauen, windumtosten Fläche wachsen könnte. Und doch ragen hier, nur ein paar Meter neben dem wilden Atlantik fünf Baumstämme direkt nebeneinander aus der kargen Erde. Das ist doch kein Zufall, oder? Ist es nicht. Die fünf stattlichen Stämme bilden das „Monumento a los archipiélagos de la Macaronesia“ – das Denkmal für die fünf Archipele Makaronesiens.

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Fünf Holzstämme stehen an der Küste von Los Silos (ok, der mittlere liegt mittlerweile) und bilden das "Monument für Makaronesien".

Was ist Makaronesien?

Makaronesien, das sind fünf Inselgruppen im östlichen Nordatlantik, die vor der Küste von Europa und Afrika liegen. Von Norden nach Süden: Azoren, Madeira, Ilhas Selvagens, Kanarische Inseln, und die Kapverdische Inseln.

Obwohl die Inselgruppen weit im Meer verstreut liegen, bis zu 1500 km trennen sie voneinander, so haben sie doch einige Gemeinsamkeiten. Alle sind vulkanischen Ursprungs und haben eine gemeinsame Entstehungsgeschichte. Ihre Pflanzenwelt ist reich an Endemiten, also Pflanzen die es nur dort gibt. Und in den Bergregionen der höheren Inseln wächst immergrüner Lorbeerwald.

Der makaronesische Lorbeerwald: ein Relikt aus der Urzeit

Lorbeerwälder sind ein sehr seltenes Überbleibsel längst vergangener Zeiten. Früher waren diese subtropischen Wälder auch im Mittelmeerraum von Südeuropa und Nordafrika verbreitet. Doch dann kam die Eiszeit mit ihren kalten Temperaturen und Trockenheit über Europa und vertrieb diese wärme- und feuchtigkeitsliebenden Vegetationsform.

Während Kontinentaleuropa zum Höhepunkt der Eiszeit vor ca. vor etwa 21.000 Jahren unter einer dicken Eisschicht lag, konnte die Kälte jedoch nicht bis auf die Makaronesischen Inseln vordringen – so dass hier der Lorbeerwald bis heute überlebt hat.

Der Lorbeerwald auf den makaronesischen Inseln wird auch Laurisilva genannt und gehört in Europa zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen.

Errichtet wurde das Denkmal mit Stämmen von Lorbeerbäumen aus Madeira. Diese sollen beim Jahrhundertunwetter, das Madeira im Jahr 2010 mit heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen traf, ins Meer gespült worden sein. Mit den Meeresströmungen wurden sie über den Nordatlantik, der alle fünf Makaronesischen Archipele umgibt, bis an die Küste der Kanarischen Inseln gespült. Aus diesen Lorbeerbaumstämmen wurde das Denkmal errichtet, das die Bewohner von Teneriffa erinnern soll, dass sie makaronesische Inselbewohner sind.

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Juan José Ramos Melo (ein Naturforscher, Dokumentarfilmer, Natur- und Reisefotograf aus Los Silos) entwarf das Denkmal in Zusammenarbeit mit Adán Lopez. Es entstand im Rahmen eines Pilotprojekts zur Umweltsanierung der Küste von Los Silos, das im Jahr 2010 stattfand.

Lage

Das Denkmal für Makaronesien liegt an der Küste von Los Silos.

Parken

Am Strand Playa de la Araña gibt es einen kostenloser Parkplatz.

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