Warum krabbeln Ameisen im Weihnachtsstern herum?

von Jutta
Update:

Weihnachststerne kannst du im Winter auf Teneriffa häufig entdecken. Nicht nur als Weihnachtsdekoration auf Fensterbänken oder in den öffentlichen Beeten der Städte, wo sie kurz vor der Adventszeit angepflanzt werden, damit sie ab Mitte Dezember in voller farbiger Pracht stehen.

Du wirst sie vor allem vor Häusern, Fincas oder entlang der Straße sehen. Denn dort wachsen Weihnachtssterne mehrjährig als schlaksiger Strauch und blühen ungefähr November bis Mitte Februar.

Unsere Entdeckung: Ameisen in der Blüte eines Weihnachstssterns

In einem leicht verwilderten Exemplar, das am Rande einer Bananenfinca in Buenavista del Norte wächst,  haben wir bei einer Wanderung kürzlich etwas besonderes entdeckt: Ameisen, die wild an und in den Blüten des Weihnachtssterns herumkrabbelten.

Für alle, die es vielleicht noch nicht wissen: Die Blüten der Weihnachtssterne sind nicht die hübschen roten Blätter. Nein, das sind die sogenannten Hochblätter, die den eigentlichen Blütenstand sternförmig umrahmen und mit ihrer Farbpracht Bestäuber anlocken sollen.

Die eigentlichen Blüten sind die grünen Knubbel, aus denen rote Pinsel mit gelber Spitze herausragen. Botanisch korrekt formuliert heißt es: „Viele männliche Blüten aus nur einem Staubblatt umgeben eine einzige weibliche Blüte mit einem dreifächrigen Fruchtknoten. Umgeben wird dieser Blütenstand von einem Becher aus verwachsenen Hochblättern„.  Die roten Pinsel mit gelber Spitze sind also die männlichen Blüten bzw. die Staubblätter, mit gelbem Pollen an ihrer Spitze. Die angesprochenen weiblichen Blüten erscheinen üblicherweise verzögert, um Selbstbefruchtung zu minimieren – sie sind auf diesem Bild noch nicht zu sehen.

Blüe Weihnachtsstern mit Ameisen.Auf der Außenseite der Blütenbecher sitzt je ein gelbes Gebilde, das fast wie  Schlauchbootlippen von C-Promis aussieht. Das ist die sogenannte Honig- oder Nektardrüse, die wie der Name vermuten lässt, reichlich Nektar absondern. Dieser enthält bis zu 60 % Zucker und dient an der Pazifikküste Mittelamerikas – dort, wo der Weihnachstern wild vorkommt – Kolibris als Nahrung. Und auf Teneriffa anscheinend den Ameisen! Halleluja – welch ein Festmahl, und das im Februar.

Warum sehen die Weihnachtssterne am Straßenrand zur Blütezeit so spörkelig und mitgenommen aus?

Als Wildpflanze blüht der Weihnachtsstern in der winterlichen Trockenzeit und zwar häufig genau dann, wenn er die meisten seiner grünen Laubblätter abgeworfen hat.

Ein wichtiger Unterschied zwischen dem Weihnachtsstern auf der Fensterbank und der Wildform

Der wilde Weihnachtsstern ist stark giftig . Die im Handel angebotene Kulturform ist dagegen fast gar nicht giftig.

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Feiertag der Weihnachtssterne

Am 12. Dezember ist der Feiertag für den Weihnachtsstern, auch bekannt als Poinsettia Day. Der Name Poinsetta geht zurück auf Joel Roberts Poinsett, dem ersten US-amerikanischen Botschafter in Mexiko. Im Jahr 1828 stieß er auf die Pflanze, führte sie in die USA ein und diente als Namensgeber. Am  12. Dezember 1852 starb Herr Poinsett. Ein Jahr später führte der US-Kongress den Poinsetta Day ein, um an ihn zu erinnern.

Literatur zum Weihnachtsstern

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